05.12. - Getränke im Mittelalter: Bier

Den Bierbrauern kam im Mittelalter und Spätmittelalter eine große Bedeutung zu. Da die Brunnen meist in der Nähe der Latrinen lagen, wurden die Menschen krank, wenn sie daraus tranken. Deshalb griffen sie auf Wein oder Bier zurück. Dass die Genießbarkeit des Bieres am Abkochen lag, wussten die Menschen damals nicht.

Vor dem Beginn des 16. Jahrhunderts wurde das Bier (man nannte es Gruitbier) meist mit allerlei Gewürzen versetzt. Da auch giftige Substanzen darunter waren, wurde in Bayern 1516 das Reinheitsgebot erlassen: Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Hefe an sich war nicht bekannt, Brauer gaben einfach das „Zeug“ der letzten Gärung hinzu. Auch in Köln hielten sich die Brauer bald an dieses Gebot.

 

Gebraut wurde wegen der Haltbarkeit der Gerste und des Hopfens von St. Michael 29.09. bis St. Georg 23.04. Zwischen die Fässer legte man Eisblöcke, um das Bier im Keller kühl zu halten. Die meisten Brauer hatten vor den Häusern einen Teich, um im Winter Eisblöcke herauszuschneiden.

 

Heute ist uns das Sprichwort „Hopfen und Malz verloren“ noch geläufig. Das sagte man damals, wenn die Hefe nicht angeschlagen und somit das Bier nicht genießbar war.  Auch das Sprichwort „Der führt nichts Gutes im Schilde“ kommt aus der Zeit. Das bedeutete, dass sein Bier nicht gut oder genießbar war. Auch aus der Zeit stammt das Sprichwort „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s.“ Da man die Hefe noch nicht kannte, setzte man die Hoffnung auf Gott, damit aus dem Gebräu genießbares Bier wurde.

 

Ende des 15. Jahrhunderts trank jeder erwachsene Kölner zwei Hektoliter Bier pro Jahr. Der Bierkonsum hatte sich innerhalb eines Jahrhunderts verdoppelt. Unterschieden wurde je nach Alkoholgehalt zwischen Dick- und Dünnbier.

 

 

 

 

Die Hauptfigur meines Romans „Die Reformatorin aus Köln“ stammt aus einer Brauerfamilie und so erfährt der Leser im Roman viel über das Brauverfahren.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    H-Elisabeth 10229 (Montag, 11 Dezember 2017 22:14)

    Lecker ist ein Stöfchen auf dem Rückweg ( in Unna verständliche Umgangsform ).