Kurzgeschichten

Todesmango und rasierte Haare

Der Kies knirschte unter Heinrichs Schuhen. Schwarze Lederschuhe, frisch geputzt. Seine Besten für einen besonderen Anlass. Im Westen dämmerte es, im Osten legte sich das Dunkelblau über die abendliche Landschaft. Der Vollmond schien unnatürlich groß durch die Baumwipfel. Heinrich blieb stehen und sah auf die Schattierungen der leicht rötlichen Scheibe. Mondberge. Mondsand. Staub. Auch er würde zu Staub werden. Er griff in seine Jackentasche und fühlte die glatte Schale der Frucht. Als er das erste Mal Mango gegessen hatte, war er dreißig Jahre alt gewesen. Kurz nachdem er Ruth geheiratet hatte. Sie hatte für ihn gekocht. Als Nachtisch gab es Eis mit Mangostücken. Schon nach dem ersten Bissen wurde ihm seltsam, sein Hals schwoll an, er bekam kaum Luft, sein Herz raste. Ruth rief sofort den Krankenwagen. Durch den anaphylaktischen Schock hätten beinahe seine Organe versagt. »Essen Sie nie wieder eine Mango«, warnte ihn der Arzt. Daran hatte er sich gehalten - bis heute.
Eine Drossel flog in die Baumkrone der Kastanie und wurde eins mit dem Geflecht der Blätter. Heinrich schlenderte weiter durch den Park. Ein Bach plätscherte in einen Teich, dessen Rand sich mit dem Schwarz der Erde vermischte. Der Mond stieg höher, schien kleiner zu werden, sich von der Erde zu entfernen, so wie er sich von ihr entfernen wollte. Sterne funkelten, immer mehr tauchten auf, durchbrachen mit ihrer Freundlichkeit die Nacht. Sie wiesen ihm den Weg, versteckten sich jedoch hinter den Blättern, als er die Baumallee entlangschritt. Er vernahm die eindringliche Melodie von »Air«. Ruth hatte das Stück von Bach geliebt, ihm oft auf der Gitarre vorgespielt. Noch am Tag vor ihrem Tod. Heinrich sah sie auf dem Wohnzimmerstuhl sitzen. Ihr volles Haar fiel ihr über die Schultern. Sie griff gekonnt die Saiten, lächelte ihn an und summte die Melodie mit. Sie wartete auf ihn, dort wo sie jetzt war. Wieder der Griff zur Mango. »Ich komme zu dir, Liebling.«
Er hörte einen Fehler in der Melodie. Das war nicht seine Erinnerung. Heinrich blieb stehen und lauschte. Jemand übte auf der Gitarre - hier im Park. Er ging weiter, eine Stimme summte, weich, melodisch, einfühlsam. Hinter einem Busch auf einer Bank saß ein Mädchen. Auf einem Steinsockel daneben brannten drei Kerzen, die ihr Gesicht in ein flackerndes Licht- und Schattenspiel tauchten. Ihre Haare hatte sie bis auf wenige Millimeter abrasiert. Die Ärmel des zu großen Pullovers waren mehrmals umgeschlagen, wie auch die Jeans. Heinrich beobachtete sie einen Moment, lauschte ihren Versuchen, den Anfang des Liedes auf der Gitarre zu spielen. Er trat einen Schritt zurück, wollte umkehren. Für sein Mahl musste er allein sein, doch die Melodie ließ ihn verharren. Es schien, als wollte Ruth ihn von seinem Vorhaben abhalten und ihn zum Bleiben bewegen. Heinrich trat hinter dem Busch hervor.
»Nicht erschrecken«, sagte er, als das Mädchen ihren Kopf hob. Das Kerzenlicht beleuchtete nur die eine Hälfte ihres Gesichtes, sodass es düster und gespenstig wirkte.
»Darf ich mich setzen?«, fragte er.
Sie nahm das Notenblatt von ihrem Bein und rutschte auf der Bank zur Seite, um ihm Platz zu machen. Er schätze das Mädchen auf fünfzehn, aber durch die abrasierten Haare, mochte sie älter wirken.
»Meine Frau hat das Lied oft für mich gespielt«, sagte er.
»Ich muss noch üben«, gestand sie und fuhr mit dem Finger über den Rand des Schalllochs.
»Wieso übst du nicht zu Hause?«, fragte er.
Sie überschlug die Beine, legte die Arme auf den Korpus.
»Zu Hause ist meine Mutter«, antwortete sie leise.
»Und die will nicht, dass du spielst?«
Sie schüttelte den Kopf.
Erst jetzt entdeckte er ihr blaues Auge. »Hat dich jemand geschlagen?«
Sie zuckte mit den Schultern. Heinrich strich über seinen kahlen Kopf und sah zum Mond. Der Himmel war nun mit Sternen übersät. Freundliche Lichtpunkte. Hoffnungsschimmer in einer dunklen Welt. Seitdem sein Freund Karl zu seinem Sohn nach Stuttgart gezogen war, hatte er keinen mehr, mit dem er ins Theater gehen oder Karten spielen konnte. Doch seine Probleme  schienen im Gegensatz zu denen des Mädchens nichtig.
»Wer war das?«, fragte er und zeigte auf ihr Auge.
»Wen interessiert‘s?«
»Mich«, antwortete er und merkte, dass er mehr von sich erzählen musste, um ihr Vertrauen zu gewinnen. »Heinrich Tontsch. Ehemaliger Deutschlehrer und Musikliebhaber. Mit meiner Frau war ich oft in Konzerten. Seitdem sie tot ist, allerdings nicht mehr.«
Das Mädchen sah ihn an. »Warum nicht?«
Er lächelte, als er an Ruths Stimme dachte. »Weil ich ein Konzert nur mit ihr genießen kann.«
Das Mädchen sah auf ihre Sneakers, mit deren Spitzen sie ein Gänseblümchen einklemmte und abriss.
»Bei mir ist es umgekehrt. Ich habe meine Musik nur für mich.«
»Hast du keinen Lehrer?«
»Mein Schullehrer zeigt mir ab und zu ein paar Akkorde und den Rest bringe ich mir aus Büchern der Schulbibliothek bei.«
Früher hatte sich Heinrich für solche Schüler eingesetzt. Ihnen durch den Förderverein Unterstützung besorgt. Dieses Mädchen hatte Talent - und eine Chance verdient.
»Wieso unterstützt dich deine Mutter nicht?«, hakte er nach.
»Das wollen Sie nicht wissen!« Sie wich seinem Blick aus.
»Als Vertrauenslehrer sind viele Schüler zu mir gekommen, wenn sie Probleme zu Hause hatten. Ich habe schon einiges gehört.«
Sie schwieg eine Weile, dann sah sie ihn an, ihre Lippen bebten. »Das hier«, sie zeigte auf ihr blaues Auge, »war meine Mutter. Sie wusste nicht, was sie tat. Sie ist heroinabhängig und unberechenbar. Es gibt kein Geld für einen Musiklehrer, weil alles für die scheiß Drogen draufgeht.«
Heinrich schluckte, fasste in seine Tasche. Heute hätte alles zu Ende gehen sollen mit ihm, aber ...
»Am Samstag spielen die Dortmunder Philharmoniker Werke von Schubert und Bach«, sagte er. Den aktuellen Spielplan ließ er sich immer noch zuschicken. Ihre Augen weiteten sich.
»Wenn du Lust hast mit einem Siebzigjährigen gesehen zu werden, lade ich dich ein.«
»Warum tun Sie das?«
»Weil ich in dir das Talent meiner Frau sehe.«
Sie lächelte.
»Um achtzehn Uhr hier an der Parkbank«, sagte er und stand auf.
Sie nickte. Er könnte ihr einen Musiklehrer bezahlen, doch das wollte er sie erst beim nächsten Mal fragen. Er griff in seine Jackentasche, strich über die Schale, dann umfasste er die Frucht, zog sie heraus und reichte sie dem Mädchen. Mit einem Lächeln nahm die die Mango entgegen.

Copyright by Bettina Lausen

 

Vorgetragen auf der "Wort und Klang"-Lesung der Waldtstadtstifte im Café "Im Takt" am 02.11.2014.

 

Der eigene Protagonist

Ob er wusste, dass es mich gab? Ich strich über das Cover und blätterte durch die Seiten. Ich hatte es schon fünfmal gelesen, obwohl ich sonst nicht viel für Bücher übrig hatte. Der Zug hielt. Mit mir stiegen vier Männer aus. Sie trugen blau-weiße Trikots, auf denen ein Hahn mit einem Eishockeyschläger abgebildet war. Auf dem Schriftzug stand „Iserlohn Roosters“. Heute in der Halle mitfiebern ... Nein. Ich war aus einem anderen Grund nach Iserlohn gekommen. Ich wollte ihn kennenlernen und mehr über mich selbst erfahren. Ich ging durch das Bahnhofsgebäude und schaute über den Bahnhofsplatz. Dann sah ich den Kreisverkehr und steuerte darauf zu, ging an einer Kirche vorbei und einen steilen Waldweg hinauf. Ich atmete schwer, als ich das Literaturhotel endlich erreichte. Durch eine Drehtür gelangte ich in die Lobby. An der linken Wand befanden sich Regale voll mit Büchern. Es roch angenehm nach Zitrone und Minze. Zu meiner Rechten stand ein schwarzes Klavier. Davor ein Tisch mit Mikrofon und einem Bücherstapel. Dort würde er gleich sitzen. Ich folgte den grünen Lichtern auf dem Boden bis zur Rezeption. Dort kaufte ich eine Karte, setzte mich in einen gemütlichen Sessel und wartete. Der Raum füllte sich mit Zuhörern. Dann betrat er den Raum. Er war kleiner als ich gedacht hatte, trug kurze Haare und einen Schnäuzer. Sein gelbgrün gestreifter Pullover ließ ihn eher wie einen Hausmeister als wie einen Autor aussehen. Während er las, hörte ich gespannt zu. Nach der Lesung signierte er Bücher und sprach mit seinen Lesern. Danach folgte ich ihm in die Bar.
„Darf ich mich dazusetzten?“, fragte ich.
Er blickte mich zum ersten Mal an.
„Natürlich.“
„Danke.“ Mein Herz klopfte.
„Hat Ihnen die Lesung gefallen?“, fragte er.
„Mir hat vor allem Ihr erstes Buch gefallen.“
Ich zog es aus der Tasche, klappte die erste Seite auf und reichte es ihm.
„In Erinnerung an eine wunderbare Nacht“, las er den schriftlichen Eintrag. „Woher haben Sie das?“
„Von meiner Mutter.“
Er sah mich erstaunt an und musterte lange mein Gesicht. „Kann es wirklich sein?“
„Ja“, sagte ich.
„In meinem nächsten Roman soll der Protagonist nichts von der Existenz seiner erwachsenen Tochter wissen. Ich hätte nie gedacht, dass ich selbst der Protagonist sein würde.“
„Wie geht es aus?“
„Sie lernen sich kennen und verbringen seitdem viel Zeit miteinander.“
Ich lächelte.

 

Copyright by Bettina Lausen

 

Die Kurzgeschichte habe ich für die Sommer-Aktion des Stadtspiegels geschrieben und sie auf der Lesung am 23.08.2012 im Literaturhotel Franzosenhohl vorgelesen.

 

 

Geschwisterliebe

Caroline zog ihren Mantel an und nahm den Schlüssel vom Haken, als sie den Brief auf dem Fußboden liegen sah. Der Briefschlitz war am unteren Ende der Tür angebracht und die Post landete unmittelbar auf den braunen Kacheln. Der Absender stammte von ihrem Detektiv, der seit drei Monaten für sie arbeitete und immer noch keinen Schritt weiter gekommen war. Wahrscheinlich war es wieder eine Rechnung. Sie faltete das Papier auseinander und las die Zeilen. Ihre Augen flitzen immer schneller über die Buchstaben, ihr Herz begann zu rasen und ihre Hände zitterten. Das Schreiben entglitt ihren Fingern und segelte zu Boden. Tränen strömten über ihr Gesicht - Freudentränen. Nach dieser Nachricht hatte sie sich seit Jahren gesehnt.

Die Uhr tickte so laut, dass es in ihren Ohren dröhnte. Ansonsten war es still. Totenstill. Ulrike stand auf und stieg ins Obergeschoss. Auf den Marmortreppen lag ein Teppich, der vom Ansatz bis zur obersten Treppe reichte. In der Mitte war er abgetreten und leicht verblasst. Sie trat ins Schlafzimmer und strich über die Tagesdecke. Das Kopfkissen auf der Fensterseite roch noch nach seinem Aftershave. Sie nahm es an sich und sog den Geruch in sich auf. Die Erinnerungen drangen zurück in ihr Gedächtnis. Als die Sonne bereits untergegangen war, fand sie sich weinend auf dem Fußboden wieder. Wie lange hatte sie hier gesessen? Sie erhob sich und ging ins benachbarte Kinderzimmer. An den Wänden hingen Poster von Pferden und einer Popband. Über dem Bett baumelte ein Traumfänger und auf dem Nachtischschränkchen lag ein Jugendroman aufgeschlagen auf Seite 125. Sie hatte es nicht gewagt, das Buch zuzuklappen, die schmutzige Jeans zu waschen oder Schulbücher wegzuräumen. Zwei Wochen hatte ihre Tochter dieses Zimmer nicht mehr betreten. Ulrike ließ sich auf das Bett sinken und schaute aus dem Fenster in die sternenlose Nacht.

„Warum haben Sie mich nicht direkt angerufen?“, schrie Caroline ins Telefon. Der Detektiv antwortete ihr, dass er diese Information schriftlich übermitteln musste.
„Trotzdem hätten sie mich vorher informieren können. Was wissen Sie über sie?“
„Madam. Adresse und Telefonnummer habe ich Ihnen im Brief mitgeteilt. Sie hatten nichts davon erwähnt, dass ich weiter nachforschen soll. Möchten Sie das?“
Sie dachte an die überteuerten Rechnungen, verneinte und legte auf. Ihre Zwillingsschwester Ulrike hatte also einen Mann Namens Warden geheiratet und wohnte in Bayern. Nachdem ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben und ihr Vater bei einem Unfall auf der Firma verunglückt war, waren sie beide ins Heim gekommen. Fünfunddreißig Jahre lag das nun zurück und die Erinnerungen verblassten allmählich. Mit sechs Jahren wurden sie in unterschiedlichen Pflegefamilien untergebracht. Die Hohmeiers waren großzügige und warmherzige Menschen, doch schon nach einigen Wochen hatten sie ihr untersagt von ihrer Zwillingsschwester zu sprechen. Sie seien nun ihre neue Familie. Caroline hatte einen jüngeren Bruder Walter und eine ältere Schwester Miriam. Sie wuchs mit ihnen auf und vergaß ihren Zwilling, bis ihr mit zwanzig ein verblichenes Familienfoto mit ihren leiblichen Eltern und Ulrike wieder in die Hände fiel. Sie stellte Erkundungen an, löcherte ihre Adoptiveltern, besuchte das Waisenhaus, aber fand nichts heraus. Eine andere Organisation hatte das Heim übernommen und die alten Unterlagen waren nicht mehr aufzufinden. Jetzt endlich hielt Caroline die Adresse und die Telefonnummer in den Händen und fragte sich, wie sie am besten den Kontakt herstellte. Sollte sie anrufen oder einen Brief schreiben?

Ulrike wachte in Jeans und Pullover auf dem Bett ihrer Tochter auf. Ihr Nacken war steif und ihre Augen brannten vom Weinen. Eine Leere erfüllte ihr Inneres. Der Verlust breitete sich in ihrem ganzen Körper aus wie ein wachsendes Geschwür. An der Wand hingen Fotos ihrer Tochter mit ihren Freunden bei Partys oder auf ihrem Pferd. Warum musste es immer sie treffen? Sie hatte ihre Eltern und ihre geliebte Schwester Caroline verloren, an die sie sich kaum noch erinnerte. Als sie mit sechs in die kinderlose Pflegefamilie kam, war das Leben nicht besser als im Heim. Ulrike hatte ein Fünfquadratmeter großes Zimmer gehabt, in dem sich ein Hochbett und darunter ein Schreibtisch befunden hatten. Ihre Stiefeltern ließen sie nicht nach draußen spielen und sie hatte keine Freunde mit nach Hause bringen dürfen. Jeden Sonntag in die Kirche, Freitagsabends in den Bibelkreis, keine Freizeitaktivitäten. Die Eheleute Rogge waren distanziert und gaben ihr das Gefühl lästig zu sein. Sie hatte sich oft gefragt, weshalb sie überhaupt ein Kind adoptiert hatten. Vielleicht mussten sie ihr Gewissen beruhigen oder der christliche Glaube zwang sie dazu.
Einen Tag nach Ulrikes achtzehnten Geburtstag war sie nachts vor ihren Pflegeeltern geflüchtet, weil sie es nicht länger ausgehalten hatte. Danach hatte sie eine Ausbildung als Verkäuferin begonnen, von der sie gerade mal ihre Miete und die laufenden Kosten tragen konnte. Mit zweiundzwanzig hatte sie Richard kennengelernt. Chemiker bei einem Pharmaunternehmen, wohlhabend, charmant und zuvorkommend. Seine blauen Augen hatten sie fasziniert und sie hatte sich sofort in ihn verliebt. Nach einem halben Jahr hatten sie geheiratet und nach weiteren zwei war ihre Tochter Kim Lena geboren worden. Ulrike kümmerte sich fortan um das Haus und ihr Kind. Nun waren ihr die wichtigsten Menschen in ihrem Leben wieder genommen worden. Ihr Mann hatte mit Kim ins Kino fahren wollen, doch dort waren sie nie angekommen. Die Bahnschranke war defekt gewesen und hatte sie nicht vor dem anfahrenden Zug gewarnt. Sie waren beide noch am Unfallort gestorben, hatte ihr der Polizist berichtet.
Sie krallte sich am Bettzeug fest und schrie, bis kein Ton mehr ihre schmerzende Kehle verließ. Nichts hielt sie auf dieser Welt. Sie brauchte ein Gift, was sie sanft in den Todesschlaf schickte. Aber was war das Richtige und wo sollte sie es hernehmen? Nach ein paar Minuten erinnerte sie sich an ein Gespräch, das sie vor einiger Zeit mit ihrer Putzfrau geführt hatte.

Caroline hatte den Brief auf ihren Beifahrersitz liegen, als sie zur Firma unterwegs war. Sie hatte eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und arbeitete seit zwei Jahrzehnten als Sekretärin in einem heimischen Unternehmen. Es machte ihr Spaß und die Abwechslung tat gut, aber es reichte nicht aus. Seitdem sie sich vor einem halben Jahr von ihrem Mann geschieden hatte, war sie auf der Suche nach neuen Kontakten. Sie hatte den Detektiv engagiert und endlich ihre letzte leibliche Verwandte gefunden. Trotzdem kam es ihr so unwirklich vor, als sie ihrer Zwillingsschwester die Zeilen geschrieben hatte. Sie hatte mehrere Anläufe gebraucht und immer wieder die Zettel zerknüllt und in den Mülleimer geworfen. Einen ganzen Block hatte sie verbraucht, bis sie zufrieden war, obwohl die Worte immer noch nicht perfekt waren. Was würde Ulrike sagen? Freute sie sich über das Wiedersehen oder war in ihrem Leben kein Platz für eine Schwester? Wie hatte sie sich verändert? Egal wie ihre Schwester reagierte, es zählte nur, dass sie noch lebte. Das war nach so langer Zeit nicht selbstverständlich gewesen.

Ein Schlüssel raschelte im Schloss, dann ging die Tür auf. Helen war gekommen - endlich. Ulrike saß auf dem Sessel vor dem Kamin und schaute geistesabwesend aus dem Fenster. Ihre Putzfrau kam ins Zimmer und begrüßte sie. Sie stellte ihre Handtasche auf die Kommode an der Tür - wie sie es immer tat. Sie war mitte zwanzig, klein und zierlich, hatte blondes Haar und ein kantiges Gesicht.
„Sie sehen nicht gut aus, Frau Warden.“
Ulrike schreckte auf. „Was?“
„Sie sehen so blass aus.“
Das war wirklich das Letzte, was sie nun brauchte: Jemand, der sich Sorgen machte.
„Es ist alles in Ordnung. Danke.“
Dann machte sie sich an die Arbeit. Ulrike wartete einen Moment, bis sie Geräusche aus dem Obergeschoss hörte. Dann schloss sie die Tür, damit sie ungestört war. Langsam zog sie den Reisverschluss der Tasche auf. In einer Seitentasche fand sie die Hülle mit dem Insulinbesteck und nahm es an sich. Jetzt musste sie nur noch warten bis sie alleine war.

Caroline stand vor ihrem Telefon. Sie hatte ihre Schwester gebeten, sofort anzurufen und ein Lebenszeichen von ihr zu geben, sobald sie die Zeilen gelesen hatte. Nun war es mittlerweile Mittag, sie musste den Brief bereits erhalten haben. Sie hatte sich extra einen Tag Urlaub genommen, weil sie es nicht erwarten konnte. Was machte sie hier eigentlich? Vielleicht arbeitete Ulrike und war gar nicht zu Hause oder sie hatte mehrere Kinder, um die sie sich kümmern musste. Und doch konnte sie ihre Ungeduld kaum bändigen. Sie sehnte sich danach die Stimme ihrer Zwillingsschwester zu hören. Warum hatte sie nicht direkt angerufen anstatt zu schreiben? Plötzlich klingelte der Apparat. Endlich. Obwohl sie genau darauf gewartete hatte, zuckte sie vor Schreck zusammen. Sie hob ab und meldete sich.

Ulrike‘s Hand zitterte. Sie hatte Helen ein paar Mal beim Spritzen zugesehen, aber es selbst zu tun, war etwas ganz anderes. Die junge Frau hatte seit ihrer Kindheit eine Form der Zuckerkrankheit. Sie hatten sich vor einiger Zeit über die Krankheit und die Auswirkungen unterhalten. Dabei hatte ihre Haushälterin durchklingen lassen, dass das Insulin bei gesunden Menschen binnen weniger Minuten zum Koma führe und ohne vorherige Nahrungsaufnahme lebensbedrohlich sei. Ulrike drehte am Rädchen des Pens die Einheiten hoch und nahm eine Bauchfalte zwischen die Finger. Sie zögerte und fragte sich warum. Plötzlich hörte sie die Tür aufgehen. Das durfte doch nicht wahr sein.

„Ich wollte den Fall abschließen, so wie Sie es gesagt haben, aber dann ist mir eine Nachricht aufgefallen“, sagte der Detektiv.
„Wie bitte?“
„Ihre Schwester...“
„Was ist?“
„Ihr Mann und ihre Tochter sind vor zwei Wochen bei einem Autounfall ums Leben gekommen.“

Ulrike hatte schnell nach den Utensilien gegriffen und hielt sie auf ihrem Schoß unter dem Küchentisch. Helen kam herein. „Habe ich hier mein Insulinbesteck liegen gelassen?“
„Nein.“
„Ich war mir so sicher, dass ich es in meiner Tasche hatte. Ich schau noch mal im Wohnzimmer und dann bin ich weg.“
„Gut.“
„Ach, ich habe die Post mitgebracht. Sie liegt im Flur.“
Ulrike wartete bis die Tür ins Schloss fiel.

Caroline saß einen Moment regungslos neben dem Telefon. Ihre Schwester musste Höllenqualen durchleiden. War es überhaupt der richtige Zeitpunkt, um in ihrem Leben aufzutauchen? Sollte sie geduldig warten bis ihr Zwilling sich bei ihr meldete oder brauchte sie genau jetzt ihre Unterstützung?

Ulrike‘s Atmung beschleunigte sich. Kalter Schweiß bildete sich auf ihrem Rücken und ihrer Stirn. Ihre Hände begannen zu zittern. Sie versuchte sich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass sie bald ihre Tochter wiedersehen würde. Plötzlich klingelte das Telefon im Flur. Wer wollte etwas von ihr? In den letzten Tagen hatte kein Mensch angerufen. Sie blieb sitzen und ließ es bimmeln und der Anrufbeantworter schaltete sich ein.

Caroline nahm ihren ganzen Mut zusammen und wählte die Nummer. Sie hielt die Ungewissheit nicht länger aus. Es läutete, doch keiner meldete sich. Der Anrufbeantworter sprang an und sie sprach ein paar Worte auf das Band. „Hallo Ulrike... Ewig ist es her... Hier ist Caroline, deine Schwester... Ich hatte gehofft, dass du zu Hause bist... Ich habe dir geschrieben. Melde dich, wenn du das hörst...“

Ulrike schwankte in die Diele. Ihr war schwindelig und ihre Beine waren weich wie Butter. Sie konnte nicht glauben, was sie gerade gehört hatte. Hatte sie Halluzinationen? Sie blickte zur Telefonstation. Dort leuchtete tatsächlich die rote Lampe auf.  Sie hatte keine Wahnvorstellungen, der Anruf war real. Und daneben lag der Brief. Sie griff danach und sackte vor Kraftlosigkeit zu Boden. Sie riss den Umschlag auf und las die Zeilen....
Liebste Ulrike,
fünfunddreißig Jahre ist es her, seit wir uns gesehen haben und doch kann ich mich noch genau an deine Augen und an deine letzte Berührung erinnern. Du hast mir deinen Stoffelefanten Felix geschenkt. Er steht auf meinem Nachttisch und wacht über mich. Ich habe dich in der ganzen Zeit nie vergessen und ich hoffe, es ist dir nicht anders ergangen...
So gerne hätte Ulrike noch einmal mit ihrer Schwester gesprochen, aber wie sollte sie sich retten? Mit letzter Kraft versuchte sie den Hörer zu erreichen und Hilfe anzufordern, doch bevor ihre Hand das Telefon erreichte, wurde ihr schwarz vor den Augen und sie kippte zur Seite.

 

Copyright by Bettina Lausen

 

 

Der Zug der Freiheit

Ich ließ mich von dem gleichmäßigen Rattern der Waggons und den Bäumen, die wie zerflossene Aquarelle an mir vorbeirauschten, in eine bodenlose Trance versetzten. Durch den Schimmer der verdreckten Fensterscheibe starrte ich in die Ferne. Ich beobachtete die Windräder auf den Hügeln mit ihren hypnotisch kreisenden Bewegungen und die Kühe, die auf den Wiesen grasten. Wenn ein Tunnel oder eine Baumallee meine Sicht verwehrten, behielten meine Augen die Fokussierung bei, als seien sie Linsen einer unverstellbaren Einwegkamera. Wie hatte es nur soweit kommen können?
Der gepackte Koffer zwischen meinen Beinen enthielt mein ganzes Leben: Lieblingskleidungsstücke, Familienfotos, zwei Romane, Schmuck meiner verstorbenen Oma, Bargeld und den Brief.
Die Nachricht der Zuversicht. Die Hoffnung auf Freiheit. Meine alte Freundin Anja hatte mir geschrieben, dass sie ein Touristen-Café am Gardasee eröffnet hatte. In Toscolano Maderno direkt am Kieselstrand, mit einem wunderbaren Blick aufs Wasser und den umliegenden Bergen. Sie berichtete mir von den vielen Spatzen und Enten, den heißen Sommertagen, den Ausflügen, den Segelbootfahrten. Die Schilderung einer Traumvorstellung, die man glaubt niemals zu erreichen. In ihrem Schlusssatz hatte sie mich aufgefordert sie zu besuchen. Das unverhoffte Schreiben erschien mir wie ein Wegweiser des Herrn, dessen Richtung ich folgen musste.

In der Ferne tauchten die mit weißen Flecken bedeckten Alpen am Horizont auf. Sie ragten wie die Finger Gottes in die Höhe und ihre Spitzen verschwanden in Quellwolken, die sich wie ein Schleier um das graue Gestein legten. Sie bildeten für mich die Grenze zwischen meiner Vergangenheit und meiner Zukunft. Ich hatte nicht vor sie jemals wieder zu überschreiten. Das bedeutete, ich würde nie wieder meinem Mann begegnen, meine alte Arbeitsstelle betreten oder meine Mutter umarmen. Warum wurde ich gezwungen, einen so endgültigen Schlussstrich zu ziehen? Ich fragte mich, was meine Mama in diesem Moment machte? War es meinem Ehemann Robert schon aufgefallen, dass der Koffer und meine Zahnbürste fehlten? Versuchte er mich anzurufen, um zu erkennen, dass ich das Handy auf dem Nachtischschränkchen liegen gelassen hatte? Oder rekelte er sich auf dem Sofa, ließ sich von dem Flimmern der Gerichtsshows besudeln und schimpfte, weil ich mich verspätete? Ich lächelte bei der Vorstellung. Zu gerne hätte ich sein Gesicht gesehen, wenn er bemerkte, dass ich nicht nach Hause kam… dass ich nie wieder nach Hause kommen würde. Wen rief er als erstes an? Freunde, Arbeitskollegen, meine Eltern? Würde er mich als vermisst melden? Die Gewissheit seiner verzweifelten Suche, die ihn sicherlich in den Wahnsinn trieb, gab mir das Gefühl der Genugtuung. Noch befreiender jedoch war der Gedanke, meine Arbeit hinter mir gelassen zu haben. Ich hatte in einer Versicherungsagentur als Beraterin gearbeitet. „Verkaufen, verkaufen, verkaufen“, endete ein Motivationsfilm auf einer Mitarbeiterveranstaltung. Der Verkaufsdruck stieg von Tag zu Tag, unter dem nicht nur ich, sondern auch das Arbeitsklima extrem litt.

Eine südländische Frau mit Kopftuch stolperte über meinen Koffer, als sie mir gegenüber Platz nahm. Ihre sonnengegerbte Haut war mit dunklen Flecken übersät und mit tiefen Furchen durchzogen. Sie platzierte ihr Stoffbündel neben sich und schaute aus dem Fenster ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich sah auf meinen Koffer und schob ihn näher an den Sitz. Er enthielt ein weiteres bedeutendes Detail, das unwiderruflich zu meinem Leben gehörte: Mein Laptop. Es war mein Schreibinstrument, mein Lebenselixier, meine Seele. Ich liebte das Schreiben, es war meine einzige Leidenschaft, bei der alle Sorgen von mir abfielen. Es war ein Verlangen, das ich bisher nie richtig ausleben konnte. Für Robert drehte sich das gesamte Universum nur um eines: Geld. Es war wichtig für ihn, dass wir beide einen gut bezahlten Job ausübten, um uns einen gehobenen Standard aufzubauen und uns die neusten Technikentwicklungen leisten zu können. Wir hatten uns kürzlich einen imposanten Flachbildschirm gekauft. Es musste unbedingt ein Modell sein, das durch eine indirekte Beleuchtung die Farben des Bildschirms an der Wand wiedergab. Für die Lichterlebnisse und das Kinofeeling, wie es der Hersteller deklarierte, zahlten wir mehrere tausend Euro. Als nächstes erstand er eine hochwertige Spiegelreflexkamera. Auf Ausflügen nahm er Kamera, Stative und mehrere Objektive mit, dass ich das Gefühl hatte, wir schleppten das Equipment für eine ganze Filmcrew mit uns herum. Er schoss zahlreiche Panoramabilder und detailverliebte Makroaufnahmen, die er an seinem Computer bis zur Perfektion bearbeitete. Es entstanden faszinierende Fotos mit einem unnatürlichen Farbspiel, die eine Tür zu einer unbetretbaren Traumwelt zu eröffnen schienen. Ich liebte seine Bilder und hängte ein paar vergrößerte Exemplare in unsere Wohnung, doch schon bald verlor er das Interesse daran und die teure Investition landete in der Abstellkammer.
Er hätte nicht zugelassen, dass ich mir eine neue Stelle suchte, die weniger einbrächte. „Warum willst du deinen Job wechseln? Der ist doch toll.“ Er prahlte damit, dass er eine Frau geheiratet hatte, die in der Versicherungsbranche tätig war. Ich vermochte mich allerdings nicht mit dem Beruf zu identifizieren. Small Talk, Verkaufen und immerwährende Heiterkeit widerstrebten meinem Wesen. Meine Arbeit zerfraß mich von innen wie eine ätzende Säure.

Die Felskolosse verloren an Höhe und der Schnee auf den Spitzen wich einem grünen Teppich aus Büschen und Tannen. Hölzerne Berghütten durchsetzten ihre Hänge. Auf einem Felsvorsprung thronte eine prächtige Burg mit unüberwindbaren Festungsmauern und einem hochragenden Turm. Ich konnte keinen Weg ausmachen, auf dem man sie hätte erreichen können, als würde sie sich von der Umwelt und allen Problemen abschotten. Genau wie ich meine gerade hinter mir ließ. Den Job, den Stress, den Druck, den Zwang. Es fiel von mir ab wie eine tonnenschwere Metallrüstung, die mit einem lauten Scheppern zu Boden knallte. Das erste Mal seit Wochen war ich in der Lage wieder tief durchzuatmen. Sicherlich würde ich meine Eltern vermissen, aber den Gedanken schob ich vorerst beiseite. Ich hielt den Kopf in den Fahrtwind, der durch den offenen Fensterspalt peitschte und sog die frische Luft in meine Lungen. Ich fuhr der Freiheit entgegen.

Die Wolken lösten sich auf, als würde die Sonne sie verdrängen. Die bunten Häuser mit den hölzernen Fensterläden entlang der Gleise strahlten mich wie freudige Willkommensboten an. Auf einmal erschien es mir unwirklich, dass ich in diesem Zug saß und diese Entscheidung getroffen hatte. Wie viele Menschen hätten die gleiche Tatkraft bewiesen? Was plagten mich schon für Probleme? Ein Job, den ich verabscheute, eine Schwiegermutter, die sich nach Enkeln sehnte, eine Mutter, der der äußere Schein das Wichtigste war und ein Mann, dem es nur um Geld ging. Es waren alles Konflikte, die es auszuhalten und zu lösen galt. Dann erinnerte ich mich an die Rechnung, die ich vor zwei Tagen entdeckt hatte. Robert hatte sich eine Surround-Anlage gekauft und mir erzählt sie hätte nur 400 € gekostet. Der Rechnungsbetrag belief sich auf 4000 €. Unser Gespartes, das ursprünglich für eine neue Küche gedacht war. Der Topf meiner inneren Spannungen war übergekocht und verlangte danach von der heißen Herdplatte genommen zu werden, um abkühlen zu können.

Die Bremsen quietschten und der Zug verlangsamte sich. Ich erhob mich und schob mit meinen Füßen das Gepäck aus dem Abteil. Viele andere Gäste warteten bereits vor der Ausstiegstür. Es roch nach Schweiß und unangenehmen Ausdünstungen. Gespannt erwartete ich das Öffnen der Türen und die frische Luft. Ein Handy begann zu klingeln, doch den Besitzer schien es nicht zu stören. „Wollen Sie nicht drangehen?“, fragte ein hochgewachsener Anzugträger, dessen markantes Gesicht ein Drei-Tage-Bart schmückte. „Ich?“, entfuhr es mir erstaunt und ich blickte auf meinen Koffer. Tatsächlich, das Läuten ertönte aus meinem Gepäckstück. Der Klingelton von Robert. Ich erstarrte. Wie war sein Mobiltelefon da rein gekommen? Ich hatte keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen und holte es aus dem kleinen Seitenfach. Es läutete nun zum zehnten Mal. Ich sah auf das Display. Die Nummer unseres Haustelefons. Mein Mann. Von mehreren Seiten erntete ich genervte Blicke. Ich musste das Gespräch annehmen oder unterdrücken. Sollte ich es wagen und ihm eine Erklärung geben? Sollte ich mich von ihm verabschieden? Der Zug erreichte Schrittgeschwindigkeit und fuhr in den Bahnhof ein. Ich erkannte Anja auf den Bahnsteig die vielen Insassen nach mir absuchen. Die Tür öffnete sich. Ich nahm ab und das Klingeln verstummte. „Hallo“, rief ich fragend ins Telefon. Mein Herz klopfte. Welche Anschuldigungen durfte ich mir anhören?
„Hi Schatz“, hörte ich seine joviale Stimme.
Ich trat auf die erste Stufe des Abstiegs. Aussteigende Passagiere rempelten mich an, einsteigende Fahrgäste fluchten auf Italienisch, als ich ihnen den Weg versperrte.
„Ich wollte dir nur sagen, dass ich mich freue, dass du gefahren bist. Ich hatte deine alte Schulfreundin überredet, dass sie dir einen Brief schreibt. Ich weiß, wie sehr du diese Auszeit brauchst. Ich wünsche dir einen schönen Urlaub und ich komme dich in zwei Wochen abholen.“
Die Worte trafen mich wie eine Speerspitze. Der Pfiff des Schaffners ertönte. Ich drückte das Gespräch ohne eine Antwort weg. Dann ließ ich das Handy zwischen Bahnsteig und Zug auf das Schotterbett fallen und wich einen Schritt zurück. Die Türen schlossen sich vor meiner Nase. Ich sah meine Freundin dem Zug hinterherlaufen. Sie rief meinen Namen und etwas, das ich nicht verstand. Es war nicht wichtig. Dieser Zug sollte mein Zug der Freiheit bleiben. Ich schwor mir, dass Robert mich niemals finden würde.

 

Copyright by Bettina Lausen

 

Erstpalzierung mit einem weiteren Teilnehmer bei einem Kurzgeschichten-Wettbewerb im Autorenforum Doppelpunkt zum Thema "Eine Fahrt im Zug".